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Podiumsdiskussion über soziale Gerechtigkeit
Bei seiner Vorstellung des letzten Teils des Aktionsprogrammes sprach Jürgen Peters, Präsident des IMB, über die Notwendigkeit für Gewerkschaften, der Globalisierung ein soziales Antlitz zu verleihen.
In der folgenden Podiumsdiskussion, die Robert Taylor moderiert hat, wurden Möglichkeiten diskutiert, wie man dieses Ziel erreichen kann. Er wies die Teilnehmenden darauf hin, dass es in den Gewerkschaften Umstrukturierungen geben müsste um Erfolg zu haben.

Francisco Gutierrez, UOM Argentinien: Die Strukturen der Gewerkschaften sind stark genug, um für die Rechte der ArbeiterInnen zu kämpfen. Wir müssen gegenüber den Herausforderungen der Wirtschaftspolitik die Interessen unserer Mitglieder aktiv vertreten. Dennoch, wir müssen unsere Strukturen weiter öffnen und andere soziale Bewegungen einschließen –Studierende, Landlose, Hausfrauen und Arbeitslose – um effizienter in sozialen Fragen zu werden. In Südamerika haben wir gezeigt, dass wir mobilisierungsfähig sind und Veränderungen herbei führen können, wenn Regierungen unsoziale Politik machen.

Peggy Nash, CAW, Kanada: „Obwohl das Zentrum der Gewerkschaftsbewegung der Verhandlungstisch ist, müssen wir neue Ebenen der Organisation finden und nicht traditionelle Bündnisse mit Friedens- und Umweltgruppen eingehen. Wir müssen die Mitgliedschaften erweitern und Kampagnen für die Rechte der Arbeitenden führen. Die Welt hat sich verändert, Gewerkschaften können nicht mehr blind der Politik einer Partei folgen; wir müssen die politische Unabhängigkeit aufrecht erhalten und die Verhandler und Politiker zur Verantwortung ziehen.

Nobuaki Koga, IMF-JC, Japan: „Wir müssen das Zusammenwirken aller Elemente der Globalisierung zur Kenntnis nehmen. Globalisierung kann den Lebensstandard erhöhen, aber menschliche Würde, würdevolle Arbeit und soziale Gerechtigkeit sind auch Teile der Gleichung. Ja, wir sind Gewerkschafter, aber wir sind auch Steuerzahler, Konsumenten und Teil der Gesellschaft. Das ist der Grund warum wir mit anderen sozialen Gruppen Koalitionen eingehen und Bündnisse stärken müssen. In der Politik müssen wir aber unabhängig bleiben.“

Gianni Rinaldini, FIOM-CGIL, Italien: „Globalisierung ist eine Tatsache. Die Frage ist, ob es möglich ist, eine andere Art der Globalisierung zu haben, eine die auch auf soziale Gerechtigkeit bedacht nimmt. Auch wenn die Gewerkschaftsbewegung ihre Wurzeln an den Arbeitsplätzen haben muss, sind Verhandlungen auf Ebene der Betriebe nicht länger ausreichend. Wir können die Tarifverhandlungen dazu verwenden, globale Ideen zum Thema zu machen, aber gleichzeitig müssen wir eine Zivilgesellschaft aufbauen. Die Frage ist: Können wir das Machtvakuum füllen, wenn wir jene herausfordern, die die wirtschaftliche Globalisierung vorantreiben? Können wir unsere Macht zeigen?

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N. Koga